Therapien

Wir haben die Haltung, dass immer die Person mit Autismus-Spektrum-Störung im Mittelpunkt stehen muss. Somit sollte die Therapie individuell dem Betroffenen und der Belastbarkeit des Familiensystems angepasst werden muss.

Auf unserer Fachstelle beraten wir Sie zu den Therapieangeboten.

Kinder und Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung lernen nicht "von selbst", sondern brauchen bei allem kompetente Führung und Unterstützung. Hierfür sind spezifische Therapieansätze entwickelt worden.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist im Bereich der Autismus-Spektrum-Störungen die am besten wissenschaftlich abgesicherte Form. Ziel ist es, einerseits störende und unangemessene Verhaltensweisen wie übermäßige Stereotypien oder (auto)aggressives Verhalten abzubauen und andererseits soziale und kommunikative Fähigkeiten aufzubauen. Im Prinzip wird dabei so vorgegangen, dass erwünschtes Verhalten durchgängig und erkennbar belohnt wird (positive Verstärkung).

Die Applied Behavior Analysis (ABA) ist eine intensive (bis zu 30 Stunden pro Woche), ganzheitliche und auf Frühförderung ausgerichtete Therapieform. Zunächst wird anhand einer Systematik festgestellt, welche Fähigkeiten und Funktionen das Kind bereits besitzt. Hierauf aufbauend werden spezielle Programme erstellt, die das Kind befähigen, die fehlenden Funktionen zu erlernen. Die Eltern werden stark in die Therapie miteinbezogen. Die Verfahrensweisen von ABA basieren im Wesentlichen auf Methoden der Konditionierung.

Beziehungsaufbau

Mifne ist eine Intensivtherapie, die von einer israelischen Psychologin entwickelt wurde. Mifne heisst auf Hebräisch "Wendepunkt". In Israel steht das erste Mifne-Zentrum. Die Schweiz ist das einzige Land, in dem ein zweites Zentrum in Muttenz bei Basel eröffnet worden ist.

Kernstück der Therapie bildet ein reizarmer Raum. Für die betroffenen Kinder besteht die Therapie in erster Linie aus Spiel. Sechs bis acht Stunden am Tag, jeden Tag. Ziel für den Spielpartner ist es immer, Kontakt zum Kind herzustellen, seine Anregungen aufzunehmen und Interesse am gemeinsamen Spiel zu wecken. Letztlich sollte das Kind zum Spielpartner eine soziale Beziehung aufbauen. Während des Spiels stehen Kind und Spielpartner ständig unter Beobachtung, per Video und aus einem Nebenraum durch zwei grosse Einwegspiegel. Diese Beobachtung von aussen ist ein zentraler Aspekt und wird anschliessend mit Fachpersonen besprochen.

Relationship Development Intervention (RDI) ist eine relativ neue Methode. Die normalerweise automatisch verlaufende soziale Entwicklung von gesunden Kindern wurde als "Vorlage" genommen. Betroffenen Kindern soll geholfen werden, durch nachträgliche Wiedervermittlung verpasste Schritte so gut als möglich nachzuholen. Die Entwicklung der zusammen gemachten Erfahrungen und der geteilten Freude an gemeinsamen Erlebnissen sind zentraler Kern dieses Ansatzes.

Strukturierungshilfe

Ein weiteres ganzheitlich orientiertes pädagogisches Förderkonzept ist TEACCH (Treatment and Education of Autistic and related Communication-handicapped Children), das sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene mit Autismus richtet. TEACCH ist darauf ausgerichtet, die Lebensqualität von Menschen mit Autismus zu maximieren und sie anzuleiten, sich im Alltag zurechtzufinden. Zentrale Annahmen des Konzeptes sind, dass Lernprozesse durch Strukturierung und Visualisierung bei Menschen mit autistischen Merkmalen initiiert werden können.

Soziales Kompetenztraining

Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene mit Autismus-Spektrum-Störung können ihre sozialen Schwierigkeiten und Defizite in einer Gruppe mit gleich Betroffenen unter fachkundiger Anleitung sehr praxisnah verbessern. Genaueres dazu finden Sie auf unserer Webpage im Balken "Fachstelle" unter den Angeboten "SOzialKOmpetenz-Training" und "Aspergertreff".

 

Psychotherapie, Physiotherapie, Psychomotorik, Ergotherapie und Logopädie können ebenfalls in einzelnen Symptombereichen gezielt unterstützen und fördern.

Ergänzend werden Musik- und Kunsttherapien sowie Reit- und Delphintherapien oder Kontakte mit Therapiehunden angeboten. Ebenso können Massagen, Craniosakraltherapie, Kinesiologie oder ähnliche Behandlungen bestimmte positive Wirkungen erzielen. Bei allen Behandlungen geht es letztlich um die Verbesserung der Lebensqualität, indem Entspannung und Ausgeglichenheit ermöglicht werden.

 

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NEWS
März 2012
Am 29. März 2012 lud die Autismushilfe zur Vernissage der Bilder aus den Malkursen ein. 
 
Februar 2012
SOzialKOmpetenz-Training (SOKO) für Kinder von ca. 10 bis 14 Jahren:
Infoabend für die Eltern am Mittwoch, 20. Juni 2012 um 19:00 Uhr
Herbstsemesterstart SOKO am 29. August 2012 
 

Spendenkonto

Darum stehen betroffene Menschen mit Autismus-Spektrum-Störungen im Zentrum der Autismushilfe Ostschweiz.

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PC 90-789027-2